Wann geht der Mond unter?
Mir geht es zumindest so: bei der Sonne weiß ich relativ gut, wann sie auf- und untergeht. Nur bei den entsprechenden Zeiten für den Mond tappe ich oft im Dunkeln. Wahrscheinlich gerade deswegen… ;-) Da ich letztes Wochenende nachts ins Watt wollte, suchte ich nach einer “Ratz-fatz”-Lösung für die Frage, wann der Mond untergeht, da das für den nächtlichen Wattwanderer schon ein wichtiger Begleitumstand ist. Ich fand jede Menge Shareware und andere Programme zum (teilweise umständlichen) Installieren. Und interessierte mich weder für Rektaszension, Deklination oder Mondkulmination.
Eine schöne Reduzierung der möglichen Informationen fand ich bei den Funkern auf mydarc.de. Auf der Seite “Wetterinfos” weiter unten finden sich die “Auf- und Untergangszeiten für Sonne und Mond”, die für Bochum voreingestellt sind. Nach Eingabe der persönlichen Geokoordinaten ist die gewünschte Information schnell zu finden.
Wer seine Geographischen Koordinaten nicht kennt (ist ja nicht jeder ein Teichrohrsänger), der geht zu Geo-Services. Adresse eingeben reicht, und die kennt man ja wohl.

25-02-2008 um 11:55
danke, dieser beitrag beruhigt mich ungemein. ich fühle mich durch den mond meistens überrascht, wenn er plötzlich da ist, wo ich ihn noch gar nicht erwartet hatte oder wenn er eben nicht da ist, wo ich ihn vermute. das macht mich manchmal richtig kribbelig, weil auf ihn so ganz und gar kein verlass ist … ;-)
27-02-2008 um 10:32
Ja…der Mond hat schon sein (scheinbar) unberechenbares Wesen…ist eben “launisch”…
ETHYMOLOGIE: “Laune” —> mhd. “lune”, = wechselnde Gemütsstimmung; entlehnt aus dem lat. “Luna” = Mond. Man muss sich da schon fast wundern, dass unsere Vorfahren ihn zu einem “Er” gemacht haben ;-)
Ich mag ihn trotzdem seeehr gerne; und wenn er nicht ein wenig unregelmäßig wäre, wenn er z.B. immer ganz genau der Ekliptik ( das ist nichts anderes als die Scheibenebene, in der sich alle Himmelskörper unseres Sonnensystems bewegen) folgen würde, dann würden wir nie diesen wunderbaren Vollmond schauen dürfen, weil wir regelmäßig eine Mondfinsternis hätten…wie trostlos…und langweilig…
Manches Verhalten des Mondes kann ich mir kaum erklären: So wüsste ich jetzt nicht, ob auch in Australien Vollmond ist, wenn wir ihn hier haben (Wahrscheinlich ist es wohl so..?); die Erddrehung um ihre schiefe Achse, die Umkreisung der Erde durch den Mond und dann das Ganze in einer Umrundung der Sonne: sich alles zusammen und gleichzeitig vorzustellen geht an die Grenze meiner Vorstellungskraft… Und warum “liegt” die Mondsichel im Süden, während sie bei uns “steht”… Kann mir das irgendjemand erklären? (literarisch kann man das nachlesen bei I.Hermann: “Dort wo der Mond liegt”)
Aber in seinem Grundverhalten ist der Mond nun auch wieder sehr zuverlässig. Und “über den Daumen” kann man sein Verhalten, seinen Auf- und Untergang, und auch seinen Einfluss auf die Gezeiten schon vorhersagen:
Um Vollmond geht er abends auf und morgends unter. Im Winter (= “Mond-Sommer”) geht er wegen der Schiefstellung der Erdachse früher auf und später wieder unter (Mein Trost in der dunklen Zeit…). Der junge zunehmende Mond ist nur abends kurz im Westen zu sehen, im Laufe des Mondzyklus wandert er (scheinbar) immer mehr nach Osten (d.h. geht später unter), bis er bei Vollmond (als “nächtliche Sonne”)abends im Osten auf- und morgends im Westen wieder untergeht. Bei abnehmendem Mond geht dieser Vorgang so weiter (d.h. kurz vor Neumond können wir ihn nur kurz morgends früh im Osten ausmachen). Wenn man es nur so ungefähr wissen will, braucht man also gar nicht komplizierte astronomische Tabellen.
Natürlich alles nur so ganz ungefähr… aber doch auch sehr verlässlich…wie der Mond halt ist; und wer es nicht glaubt, der kann es mal im Tidenkalender nachlesen…oder, was noch besser ist: einfach den Mond regelmäßig beobachten.
Und sein Einfluss auf die Zeiten der Tide? Bei Vollmond (und Neumond) haben wir hier an der ostfrieseischen Küste NW morgends und abends, bei Halbmond ist NW mittags und zu Mitternacht. Erklären kann ich das nicht…
Der Mond, unzuverlässig und launisch; aber auch ein Licht in dunklen Winternächten und ein Wegweiser durch die (Ge-)zeiten. Er würde mir seehr fehlen, wenn es ihn nicht gäbe… Am liebsten mag ich den vollen Mond, aber auch ein “knackig” junger zunehmender Mond ist mit seinem fast scharfen, klaren Licht wunderbar…und ein Versprechen, dass er wiederkommt, dass er uns nicht im Stich lässt…
28-02-2008 um 00:30
hallo wattmaus,
ein toller beitrag, dankeschön!
lg ina
29-02-2008 um 21:42
Jassesnee, eindrucksvoller kann man seine Planlosigkeit kaum unter Beweis stellen. Da erfahre ich doch heute abend, daß im seit vielen Jahren fleißig genutzten Gezeitenkalender S. 120 bis 125 für Cuxhaven die Sonnen und Mond Auf- und Untergangszeiten stehen. Komisch, hatte ich wohl immer überblättert.
Die Franzosen wußten es besser… ;-)
Auf den Seiten der Weltzeituhr kann man übrigens lernen, daß das Gewicht des Mondes 73,49 Trillionen Tonnen beträgt. Vorstellen kann ich mir dieses Gewicht nicht. Noch eine Mondspielerei: im Mondphasen Kalender kann man nachschauen, wie der Mond bei der eigenen Geburt stand.
29-02-2008 um 23:36
“Der” Mond: Ja, ist etwas ungewöhnlich; in fast allen anderen Sprachen ist er weiblich; nur in den indianischen Sprachen (und in noch einer anderen unbedeutenden Sprachgruppe,…hab vergessen, welche) ist er auch männlich. Manchmal muss ich darüber grübeln, wie und warum das so ist, was die Menschen in ihrer Sprachentwicklung bewogen hat, sich für männlich oder weiblich zu entscheiden….