Es ist schade, dass die Bemühungen des NLWKN durch gezielte Steuerung des Stauwerkes in Gandersum, die Schlickmengen in der Ems zu steuern, gescheitert sind. Es wäre ein kostengünstiger Ansatz gewesen, den weitgehend ruinierten Fluss und den Steuerzahler zumindest etwas zu entlasten. Zurück bleiben Kosten, die durch Steuergelder aufzubringen sind oder durch persönliche Schicksale der betroffenen Schiffer und der Unternehmen, die auf Ware warten.
Die Sinnhaftigkeit des 300 Mio.-Bauwerkes, dass auch bereits bei Sturmfluten versagt hat, darf weiterhin hinterfragt werden.
Es muss einmal mehr mit der Meyer Werft in Papenburg der Verursacher der Kosten sowie des katastrophalen Zustandes der Ems in den Vordergrund rücken.
“Die Ems als Fluss und die angrenzenden Häfen sind total ruiniert worden. Die Kosten für den Unterhalt der Ems sowie der Häfen und des Stauwerkes an der Ems werden durch den Steuerzahler getragen. Hafenbetreiber, Binnenschiffer und Kommunen bezahlen einen luxuriösen Werftstandort, dem aufgrund politischer Fehlentscheidungen und persönlicher Interessen alles andere untergeordnet worden ist”, sagt Hajo Rutenberg von der BI Rettet die Ems.
Die Notbremse ist auch bei den aktuell diskutierten Alternativen zu ziehen.
Wer eine ergebnisoffene Studie zum Emskanal will, muss dabei auch den Umzug der Werft an die Küste einbeziehen und darf das nicht ausklammern. Das die Bezirksregierung dies durch den Vertreter in der Lenkungsgruppe zum Emskanal bereits ablehnt, lässt die notwendige Distanz zur Wirtschaft vermissen.
Offen ist nach wie vor auch das gesamte Ergebnis des Gutachtens, dass die Landräte Bramlage und Bröring auf Volkskosten der Meyer Werft spendiert haben. 40.000,– ? für ein Gutachten auf Basis der Daten der Meyer Werft. Veröffentlicht wurden bisher nur 28 von insgesamt 100 Seiten. Der Rest ist ebenso geheim, wie der Generationenvertrag zwischen den Umweltverbänden WWF, BUND und der Meyer Werft. Durchgesickert ist inzwischen, dass die Umweltverbände einen Umzug der Werft nicht mehr fordern dürfen. War das vorher noch erste Priorität, wurde dieses Ziel schnell verkauft.
Ein Abschlussdamm mitten durch das gerade ausgerufene Weltnaturerbe und FFH Gebiet bietet auch keine wirkliche Alternative. Neben den Kosten, die erheblich sein dürften, wären Nachteile für die gesamte Schifffahrt sowie den Hafenbetreibern an der Ems zu erwarten.
Die Mittel aus dem Emsfond müssen für den Rückbau der Ems und die Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit eingesetzt werden. Parallel müssen auch die Baggerarbeiten auf das Maß der reinen Erhaltungsbaggerungen ohne Kreuzfahrtschiffe reduziert werden.
Die Meyer Werft kann und muss die Segmente der Kreuzfahrer an der Küste zusammenfügen.
Im Hinblick auf eventuelle weitere Milliardeninvestitionen durch die Steuerzahler und zur Entlastung der Ems die einzige Alternative.
Bürgerinitiative RETTET DIE EMS
Hajo Rutenberg