BARD Kosmetik?
Gebrauchsspuren steuerbords an der “Wind Lift 1″ gestern im Emder Hafen

Heute vor 2 Monaten begann das Errichterschiff “Wind Lift 1″ mit den Arbeiten am Windpark “BARD Offshore 1″. Die ursprünglich sportlich-optimistisch angekündigten Fortschritte wurden inzwischen von der Realität auf See eingeholt. Man hat jetzt 2 Monate für die Erstellung von 5 Fundamenten gebraucht, zudem sind die Arbeiten durch einen Unfall am Pfingstmontag momentan unterbrochen.
Zum Unfall am Montag ist auf der Website von BARD bisher nichts vermerkt. Laut Pressemeldungen sei einer der Gründungspfähle (ein 90 Meter langes Rohr), “aus einer Halterung des Kranes gerutscht” und aus einer Höhe von ca. 10 m an Deck gefallen. Dabei sei ein an Deck liegendes Rohr soweit beschädigt worden, daß es nicht mehr zu verwenden sei; am Schiff selbst seien lediglich Schäden “kosmetischer” Art entstanden.
Diese Formulierungen hinterlassen einige Fragen. Denn wenn ein Stahlmonster von ca. 400 Tonnen Gewicht aus 10 m herunterfällt, dann ist das unzweifelhaft ein heftiger Einschlag. Der nunmehr unbrauchbare Gründungspfahl, ein riesiges Stahlkonstrukt mit einer Wandstärke von ca. 6/7 cm, zeugt davon. Man darf über den weiteren Verlauf ebenso gespannt sein wie über die noch kommenden Verlautbarungen.
Die “Wind Lift 1″ gestern am Kai der Emder Werft- und Dockbetriebe

Fundamentrohr auf der “Wind Lift 1″

Links:
- Tugspotters: WINDLIFT 1 langs Delfzijl
- Emder Zeitung: Panne auf See: Bard-Schiff zur Untersuchung in Emden
- Deutsche Welle: Bericht vom Bau der BARD Nearshore-Anlage bei Hooksiel
- 06-06-2010: BARD-Pressemitteilung zum Unfall
- Radio Bremen: Windpark-Errichterschiff wartet auf Ersatzteile





