Keine Sorge, filapper wird nicht anfangen über Schlager und deren Interpreten zu berichten, die Meldung von Howies Ende der aktiven Laufbahn ist ja auch ein alter Hut und dient nur als Anlaß, mal zu den Anfängen zurückzublicken. Er hat ja als Elvis-Imitator in Südafrika angefangen, ging nach England um Profi-Cricket-Spieler zu werden und als das nichts wurde, verdingte er sich als Sänger der “Greatful Dead” (nein, nicht die aus Kalifornien!). Mit dieser Gruppe kam er 66 nach Ost”freeze”land zum “Haus Waterkant”, besser bekannt unter dem Namen der Inhaberin als “Meta” oder “Meta’s Musikschuppen”. Howie fühlte sich hier aber nicht sehr wohl, es war zu kalt, frische Krabben empfand er als “worms” und das (männliche) Publikum schielte lieber zum Minirock der Bassistin der Greatful Dead, Patrizia Hill. Nach einem Vertrag mit EMI erschien im Herbst 66 “Lebenslänglich”, seine erste Single die auch gleich ein Erfolg wurde, und von da an wars vorbei mit dem Rock’n'Roll.
Metas “Haus Waterkant”, 1960 gestartet als Milchbar, wandelte sich über einen Tanzschuppen mit wechselnder Stilrichtung zu einem Mekka guter Live-Musik und zuletzt als Disco mit roundabout 600 Besuchern über das Wochenende. Unzählige Gruppen waren hier zu Gast, zB. Ambassadors (m. Bill Pate), Lee Curtis, Equals, Hungry Eyes, The Rustlers (mit Otto als Leadgitarrist), The Roadhogs, The Moans (mit dem genialen Hermann Brood), Jane (m. Klaus Hess u. Peter Panka), Birth Control und Seaside Jazzmen um nur einige zu nennen. Sie alle waren angetan und inspiriert durch die Kombination der Umstände, Meta Rogall, eine “very special” Frau, die Atmosphäre, bestimmt durch die eigenwillige Innendekoration mit Fischernetzen überall, Tische aus Wagenrädern, der Puppenwagen den Meta unermüdlich durch den Laden schob (Los, trink was!), “Catweezle” mit Taschenlampe auf dem Parkplatz und die Allgegenwart von Watt, Salzluft und Wasser direkt hinter dem Deich. Die Weite vermischte sich nachts auf dem Deich mit den gut hörbaren Klängen der gerade gespielten Musik, alles friendly, alles easy, bis 3 Uhr eigentlich immer.
In der ersten Zeit als Disco konnte man Otto als DJ erleben, bevor Rolf Fuhrmann ihn ablöste. Da konnte man nachts auf dem Deich auch mal Hermann Brood als stinknormalen Gast treffen, weil er es hier so “uitsteekend” fand, und vielleicht auch weil er Spaß daran hatte, getrocknete Entenscheiße als “Aschischaschisch” zu verschenken. Ein paar mal geschlossen wegen Drogen, tat man auch besser daran zu Hause nicht zu erzählen, daß man nach Meta geht, bei der hornbrilligen und anständigen Erwachsenenwelt damals. Trotzdem ließ auch so mancher Richter sich den sonntäglichen Frühschoppen mit den “Seaside Jazzmen” nicht entgehen.
Das Ende der Ära Meta ist eine andere Geschichte, bei Bedarf vielleicht ein andermal. Die Bilder oben sind aus dem Buch von Werner Jürgens “Komm, wir geh’n zu Meta”, erschienen im SKN Druck und Verlag, Norden, dort aber nicht mehr erhältlich. Falls die Verwendung der Bilder hier nicht ok sein sollte, bitte ich um eine Benachrichtigung.